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Borkener-Zeitung, 28.07.2009
Schwarzfahrer: Jede Woche 100 Strafanzeigen
Blüm, Chef der Westfalenbahn, hatte seine Kontrolleure in Zivil begleitet, um Schwarzfahrer zu schnappen. Um 35 Prozent hat deren Zahl allein im ersten Halbjahr dieses Jahres zugenommen. „Jede Woche“, sagt der Privatbahner, „gehen hier 100 Strafanzeigen raus.“ 40 Euro „erhöhtes Beförderungsentgelt“ sind dabei sowieso fällig.
Die Bahn AG hatte wegen steigender Ticket-Schwindler-Zahlen am Wochenende angekündigt, man werde bei Wiederholungstätern künftig härter vorgehen. Wer drei Mal erwischt wird, bekommt auch drei Anzeigen. Statt einer, wie bisher. Bundesweit, so Bahnsprecher Udo Kampschulte, gab es 2008 bei 50 000 Strafanzeigen einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich. Tendenz steigend.
Die Gründe? Einen sieht Westfalenbahner Blüm in der steigenden Arbeitslosigkeit: „Das merken wir.“ Die Schwarzfahrer rekrutieren sich nach seiner Erfahrung hauptsächlich aus der Gruppe der 14- bis 24-Jährigen.
Wobei für ihn das Wort Schwarzfahrer tabu ist. Entweder jemand fährt ohne Fahrschein - und hat seine Karte vielleicht nur vergessen. Oder er legt es wirklich darauf an zu mogeln - und fälscht gar seinen Fahrschein: „Da kennen wir kein Nachsehen.“
Oft klagen die ticketlosen Mitfahrer allerdings zurück. Typischer Vorwurf: Man habe ja zahlen wollen, aber der Automat habe keine 50-Euro-Scheine geschluckt. Blüm: „Jeder weiß, dass nur 20 Euro-Scheine gehen.“ Oder: Der Zugbegleiter habe doch den passenden Handautomaten - warum könne man bei ihm nicht nachlösen? Da rechnet der Westfalenbahner: „Jeder Vorgang dauert eineinhalb Minuten, da schafft der Mann zwischen Münster und Osnabrück 20 Fahrgäste - und die anderen 150?“
Kein großes Thema sind Schwarzfahrer bei den Stadtwerken. Seit Jahren steigen Fahrgäste dort vorne beim Fahrer ein - Mogeln ist seitdem schwierig. Pressesprecherin Sigrid Bäumer: „Unsere Kontrolleure treffen aber nachts und am Wochenende häufiger Fahrgäste ohne Ticket an.“
Unlängst machte allerdings Nahverkehrsmanager Reinhard Schulte von den Stadtwerken auf Ärger mit gefälschten Fahrscheinen aufmerksam. Da werden Monatstickets neu eingescannt. Oder es tauchen falsche Semestertickets auf. Bei 200 Unis in Nordrhein-Westfalen herrscht derzeit noch optischer Wildwuchs. Eine Fälschung stammte von der Musikhochschule Bochum. Die gibt es nicht. Verdacht erregt der Stempel auf dem guten Stück: „In vino veritas“.
Die Gründe? Einen sieht Westfalenbahner Blüm in der steigenden Arbeitslosigkeit: „Das merken wir.“ Die Schwarzfahrer rekrutieren sich nach seiner Erfahrung hauptsächlich aus der Gruppe der 14- bis 24-Jährigen.
Wobei für ihn das Wort Schwarzfahrer tabu ist. Entweder jemand fährt ohne Fahrschein - und hat seine Karte vielleicht nur vergessen. Oder er legt es wirklich darauf an zu mogeln - und fälscht gar seinen Fahrschein: „Da kennen wir kein Nachsehen.“
Oft klagen die ticketlosen Mitfahrer allerdings zurück. Typischer Vorwurf: Man habe ja zahlen wollen, aber der Automat habe keine 50-Euro-Scheine geschluckt. Blüm: „Jeder weiß, dass nur 20 Euro-Scheine gehen.“ Oder: Der Zugbegleiter habe doch den passenden Handautomaten - warum könne man bei ihm nicht nachlösen? Da rechnet der Westfalenbahner: „Jeder Vorgang dauert eineinhalb Minuten, da schafft der Mann zwischen Münster und Osnabrück 20 Fahrgäste - und die anderen 150?“
Kein großes Thema sind Schwarzfahrer bei den Stadtwerken. Seit Jahren steigen Fahrgäste dort vorne beim Fahrer ein - Mogeln ist seitdem schwierig. Pressesprecherin Sigrid Bäumer: „Unsere Kontrolleure treffen aber nachts und am Wochenende häufiger Fahrgäste ohne Ticket an.“
Unlängst machte allerdings Nahverkehrsmanager Reinhard Schulte von den Stadtwerken auf Ärger mit gefälschten Fahrscheinen aufmerksam. Da werden Monatstickets neu eingescannt. Oder es tauchen falsche Semestertickets auf. Bei 200 Unis in Nordrhein-Westfalen herrscht derzeit noch optischer Wildwuchs. Eine Fälschung stammte von der Musikhochschule Bochum. Die gibt es nicht. Verdacht erregt der Stempel auf dem guten Stück: „In vino veritas“.



